Vorweihnachtszeit – Origamizeit: Ideen und Links

Insbesondere in der Vorweihnachtszeit erinnern wir uns einer tatsächlich sehr deutschen Tradition, dem Papierfalten. Sterne aus Papier schmücken die Fenster, den Baum oder sind Teil kleiner kunstvoller Lichtinstallationen. Was kompliziert aussieht ist reine Übungssache.  Um einen guten Einstieg und schnell Erfolge feiern zu können hier ein paar Tipps für Bücher, Webseiten und etwas Hintergrundwissen für die nächste Glühwein- oder Kaffeerunde.

Grundausstattung: Eine Anleitung und das richtige Papier

Von wegen aller Anfang ist schwer. Das muss nicht sein. Viele Discounter, Schreibwarenläden und Buchläden führen dieser Zeit Origami Bücher, Papier und oft auch Papierpacks inklusive Anleitung. Diese lesen zu können Bedarf etwas Übung. Wichtig: viele Medien sind didaktisch so aufgebaut, dass man sich tatsächlich von vorn nach hinten durcharbeiten muss um nach und nach die nötigen Fähigkeiten aufzubauen. Also alles auf Anfang und bei Seite 1 oder Schritt 1 beginnen. Auch wichtig: obwohl es weltweit eine recht allgemeine Bildsprache in der Symbolik gibt heißt das nicht, dass sich alle Verlage daran halten. Kommt man also mit einer Anleitung nicht zurecht ist das kein Grund zu glauben, jedes Origami Buch weltweit wäre von nun an ein Buch mit sieben Siegeln. Nur Mut.

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Ein Buch und 21 Sterne.

Didaktisch sehr zu empfehlen ist das Origami Buch von Carmen Sprung – 21 Sterne. Nach einer Einleitung zur Symbolik und den nötigen Papierformaten geht es Seite für Seite von einem Model zum nächsten. Das klassische Papierformat ist ein Quadrat, Abweichungen von dieser Regel sind schnell aus jedem Quadrat hergestellt. Das Buch bietet so eine gute Grundlage, sollte sich die Begeisterung über die Feiertage hinaus erstrecken.

Typisch Deutsch – Der Fröbelstern

Auch wenn das Papierfalten seinen ältesten Ursprung in Japan hat und für uns mit dem Begriff Origami  assoziiert ist, so gab es auch mehrere Europäische Ursprünge, die sich später aber unabhängig vom asiatischen entwickelt haben. Ein klassisch deutsches Model ist der Fröbelstern, aus vier Papierstreifen in einer Art Webtechnik mit etwas Übung erstellt. Inzwischen wird kaum noch ein Bastelset ohne Anleitung angeboten. Da der Stern seit gut 2 Jahren ein kleines Come Back feiert gibt es die entsprechenden Papierstreifen in den buntesten Farbvarianten was ihn oft auch noch in die Karnevalszeit bringt. Auch hier gibt es ein Buch mit vielen Varianten und Ideen was ich euch empfehlen kann: Das Große Fröbelsternbuch.

Das Angebot an Papierstreifen für Fröbelsterne ist schier unendlich, neben den klassichen Streifen nutzen einige pfiffige Bastler auch inzwischen Geschenkbänder und metern wortwörtlich in Sternen.

 

Als Herr Fröbel nach Japan gerufen wurde… Origami erobert die Welt

Seinen Ursprung hat Papierfalten/ Origami tatsächlich in Japan. Hier waren es aber primär Papierstreifen die als gefaltete Wimpel für die Tempel gehangen wurden. Außerhalb des religiösen Aspektes wurde aber angeblich nicht gefaltet. Jahrhunderte später finden sich Beweise einer Papierfaltkultur in Deutschland und Spanien. Wer hier der Erste war, darüber herrscht in Falterkreisen eine rege Diskussion. Weltpolitisch trug es sich jedoch zu, dass Herr Fröbel, jene Person, die unser Kindergartensystem revolutioniert hat nach Japan gerufen wurde um eben dort dieses System zu etablieren. Herr Fröbel faltete selbst und hatte somit auch den Blick für diese Kunst. Durch ihn soll das traditionelle Papierfalten in Japan den religiösen Kontext verlassen haben und wurde glatt mit in die Vorschulerziehung integriert. Hier vermischen sich traditionell japanische und deutsche Modelle.

Wikipedia Link zu Origami , zur Geschichte des Origami sowie Herrn Fröbel

Auch heute noch wachsen japanische Kinder mit Origami auf. Viele assoziieren es mit der Kindheit, falten aber selten noch als Erwachsenen. In Europa und Amerika wiederum entdecken immer mehr Erwachsene Origami als Hobby und weitaus mehr als nur eine Freizeit Beschäftigung. Auch wenn es saisonal oft in die Bastelschiene fällt findet Origami insbesondere in vielen wissenschaftilchen Bereichen Anwendung. Aber auch in der Mode und Architektur finden sich Techniken und konstruktionen wieder, die Origami inspiriert sind.

Eine visuelle Übersicht findet ihr in der folgenden Sketchnote sowie weiterführende Links zum Lesen, Informieren und stöbern.

weitere Links:

Deutscher Origamiverein www.papierfalten.de

Potsdamer Miniaturfalterin Anja Midori für alle die noch eine Geschenkidee brauchen 😉

Blog der Potsdamer Faltgruppe http://origamipotsdam.blogspot.com/

echtes Berliner Origami Papier 😉 vom Valleyfolder

nice to know: Titelbild – der klassische Bascetta-Stern link zum Video gibt’s hier 

Dr. Franziska W. Schwarz
franziskawschwarz@googlemail.com

Die zeichnende Naturwissenschaftlerin.

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